Rückblick auf das 3. Quartal 2026

Der Sommer sorgte unter Anleger:innen für gemischte Gefühle. Ein Thema machte vermehrt Schlagzeilen: Die Zinsen stiegen weltweit.
In den letzten drei Monaten lieferten globale Aktien und Gold substanzielle Wertzuwächse. Hingegen erlitten Schweizer Anlagen Rückgänge, insbesondere diejenigen, die stark vom Zinsniveau abhängen.

Höhere Zinsen sind des einen Freud und des anderen Leid. Wir ordnen das für dich ein.

 
Die Wertentwicklung im Blick (in Schweizer Franken)

  • Gold +6.3%

  • Globale Aktien +5.8%

  • Schweizer Aktien -1.6%

  • CHF-Unternehmensanleihen -1.6%

  • Schweizer Staatsanleihen (3-7 Jahre) -2.1%

  • Schweizer Immobilienfonds -2.9%

Für deine Anlagelösungen heisst das: Mit wenig Aktien hattest du ein Quartal ohne nennenswerte Veränderung. Mit einer erhöhten oder gar hohen Aktienquote lag deine Rendite im 3. Quartal im Bereich von 1 bis gut 2%


Was die Märkte bewegte

Ein «Sommerloch» gab es auf dem Finanzmarkt nicht. Ob geopolitische Spannungen, steigende Preise an der Tankstelle oder Entwicklungen rund um mächtige KI-Modelle: Was die Schlagzeilen prägte, bewegte auch die Märkte.

Vor allem höhere Energiepreise verteuerten viele Produkte. Um die Inflation einzudämmen, drehten viele Zentralbanken (ausser die Schweizer Nationalbank) an ihrem Hauptwerkzeug: dem Leitzins. Das liess die Zinssätze weltweit und über alle Laufzeiten hinweg steigen.

So musste der US-Staat Investoren kürzlich über 5% Zins bieten, um neue Schulden mit 10 Jahren Laufzeit aufzunehmen, so viel wie seit 2007 nicht mehr. Im Vereinigten Königreich und in Japan stiegen die langfristigen Zinsen gar auf Höchststände seit Ende der 1990-er Jahre. Auch in der Schweiz zogen die Zinsen an, wenn auch in geringerem Ausmass.

Diese Entwicklung hatte direkte Konsequenzen für deine Anlagelösung: Höhere Zinsen bedeuten vorübergehend tiefere Kurse bei Anleihen und Immobilienfonds. Globale Aktienmärkte und Gold zeigten sich hingegen unbeeindruckt und verzeichneten deutliche Wertzunahmen.


Warum Zinsen steigen

Wer sich Geld leiht, zahlt dem Gläubiger dafür Zinsen. Der vereinbarte Zins ist der «Preis des Geldes». Steigen die Zinsen, hat das meist drei Gründe:

  • Sorge vor zu vielen Schulden: Wenn Staaten wie derzeit gerade die USA oder das Vereinigte Königreich immer mehr Schulden machen, verlangen Investoren höhere Zinsen. Sie wollen für das erhöhte Risiko eines Zahlungsausfalls entschädigt werden.

  • Anziehende Inflation: Steigen die Konsumentenpreise, erhöhen die Zentralbanken die Leitzinsen.

  • Brummende Wirtschaft: Investieren Unternehmen viel, wie aktuell etwa massiv in den Ausbau der KI-Infrastruktur, werden Kapital knapp und damit teurer.

Höhere Zinsen beschäftigen Politik und Wirtschaft gleichermassen: Alle Akteure, ob Staaten, Unternehmen oder Eigenheimbesitzer, müssen ihre auslaufenden Schulden zu höheren Konditionen refinanzieren. Das bedeutet grössere (Zins-)Kosten und bindet Kapital, das sonst für produktive Investitionen genutzt werden könnte. 

Schnellen die Zinsen gar innerhalb kurzer Zeit in die Höhe, kann dies Schuldner in Zahlungsschwierigkeiten bringen und so die Wirtschaft abwürgen.


Was steigende Zinsen für deine Anlagelösung bedeuten

Lass dich von solchen Schreckensszenarien nicht verunsichern. Höhere Zinsen sind keineswegs nur negativ. Als Anleger:in kannst du langfristig sogar davon profitieren.

Einerseits bekommst du über höhere Zinserträge künftig wieder mehr für dein Geld. Andererseits machen wir keine Experimente mit deinem hart erarbeiteten Geld und verfolgen klare Anlagegrundsätze:

  • Geringes Fremdwährungsrisiko: Anleihen und Immobilienfonds halten wir fast ausschliesslich in Schweizer Franken.

  • Hohe Bonität: Wir investieren nur in Anleihen von Schuldnern mit hoher Kreditwürdigkeit (Investment Grade).

  • Moderates Zinsänderungsrisiko: Wir setzen gezielt auf Anleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit.


Der Fokus auf Schweizer Anlagen ist eine bewusste Strategie 

Dass die Schweiz im internationalen Vergleich die tiefsten Zinsen aufweist, ist kein Zufall. Ein wichtiger Grund ist die Schuldenbremse. Das Stimmvolk verordnete der Politik damit eine strenge Ausgabendisziplin. Das sorgt für eine geringe Staatsverschuldung, schafft Vertrauen bei Investoren und macht Schweizer-Franken-Anleihen sowie hiesige Immobilienfonds langfristig weniger anfällig für Zinserhöhungen.
So erfüllen diese beiden Anlageklassen ihre vorgesehene Rolle als Stabilitätsanker in deiner Anlagelösung, vor allem wenn die Aktienmärkte schwanken, und werfen seit kurzem wieder leicht höhere Erträge ab. 


Ausblick

Wir machen keine Prognosen. Unser Rezept ist und bleibt simpel: Lege langfristig, breit abgestützt und kostengünstig an.

Wieso veröffentlicht findependent einen Marktbericht?

Der Marktbericht ist ein zentraler Bestandteil unserer laufenden Berichterstattung und wir verfolgen damit drei Ziele:

Regelmässige Informationen

Alle drei Monate bereiten wir die relevanten Marktdaten in einer einfachen, klaren und transparenten Form für dich auf. So kannst du die Wertentwicklung deiner Anlagelösung(en) besser nachvollziehen.

Wissen aneignen

Die «rohen» Marktdaten verknüpfen wir dabei mit den aktuellen Entwicklungen und Ereignissen aus der Finanzwelt. So kannst du dein Anlagewissen vertiefen.

Besseres Anlageerhalten

Wie in vielen Lebensbereichen macht dich jede Erfahrung weiser. So kannst du mit der Zeit dein Anlageverhalten verbessern, was der langfristigen Wertentwicklung deiner Anlagen zu Gute kommt.

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Wer für den Marktbericht zuständig ist

Der findependent Marktbericht wird von den Mitgliedern des Anlagekomitees,
Tobias, Matthias und Kay, verfasst.

Findependent AG ist ein von der Finanzmarktaufsichtsbehörde FINMA bewilligtes und beaufsichtigtes kontoführendes Wertpapierhaus.

Die auf dieser Webseite enthaltenen Informationen stellen Werbung für die von findependent erbrachten Finanzdienstleistungen dar.

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© Findependent AG 2026

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